Schuld haben die Anderen

Von Jens Stubbe – Düsseldorf. Selbst schuld – hat er gesagt. Allen Ernstes: selbst schuld. Damit kann er unmöglich mich gemeint haben. Schleiche doch nicht wie ein Rentner im VW Jetta. Hab‘ keine Angst in der Dunkelheit. Hab‘ nichts gegen ein bisschen Regen. Und auch ein paar Blätter und etwas Novembernebel können mich nicht bremsen.

Also: An mir liegt’s nicht, dass die Fahrt zum neuen Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt zur Stau-Odyssee auf Ausweichrouten wird, die mich durch Städte wie Mettmann führen. Schuld am Stau müssen die 300.000 Anderen sein.

Selbst Schuld sei er, der Autofahrer. Das sagt der Stauforscher Prof. Michael Schreckenberg, der am liebsten Bahn fährt. Weil der Rheinländer angesichts der ersten drohenden Schneeflocke zur leichten Hysterie zu neigen scheint, hab‘ ich den Verkehrs-Papst heute mal fix interviewt. Befürchtung: Schneeflocke plus Stau gleich Superstau.

Dachte, rund 60 Kilometer zwischen Heimat und Düsseldorf könnte ich locker fahren. Schiebe meine Abfahrtszeit jetzt weiter nach vorn.

Selbst schuld – hat er gesagt. Selbst schuld bin ich, weil ich das nette Hotel-Angebot der Rheinischen Post ausgeschlagen habe und zum Pendler mutiert bin. Selbst schuld. Für wahr.

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