Was geht in Osnabrück für junge Menschen?

Uni und Hochschule in Osnabrück zählen zusammen 25 000 Studenten, eine beachtliche Zahl. Aber was macht die Stadt für junge Leute lebenswert? Ich höre mich unter denen um, für die Osnabrück ebenso Neuland ist wie für mich: Studenten im ersten Semester am Campus Westerberg in Osnabrück.

Schnell wird mir klar: Der Reiz von Osnabrück als Studienstadt liegt im Kleinen. Viele haben sich bewusst für einen kleinen Campus und die überschaubare Stadtgröße entschieden. Millionenstädte stressen, Osnabrück chillt. Für manche fühlt sich der Umzug nach Osnabrück auch an wie der Sprung in eine Großstadt. Endlich gibt es mehr Ausgehmöglichkeiten als nur eine Dorfdisco in der Heimat.

Das Alando scheint unter den Erstis das Non Plus Ultra in Sachen Abendgestaltung zu sein. Fast jeder Zweite erzählt von dem Party-Palais, der früher mal ein Schwimmbad gewesen ist. Überhaupt verbringen die Studenten einen Großteil ihrer Freizeit in Clubs und Kneipen. Aber das ist wohl in jeder Uni-Stadt so. Für die Altstadt, die historischen Kirchen und das Rathaus als Geburtsstätte des Westfälischen Friedens bleibt ja in den kommenden Semestern noch genug Zeit. Bestimmt.
Die Erfahrungen der Osnabrücker Erstsemester-Studenten im Protokoll:
Hendrik Otting (19) studiert Maschinenbau: „Bislang bin ich mit Osnabrück als Studienstadt total zufrieden. Die kleinen Gruppen an der Uni gefallen mir gut, und die Atmosphäre ist auch cool. Im kommenden Semester würde ich gerne wieder regelmäßig Fußball spielen, aber das dürfte bei der Dichte an Vereinen hier in der Gegend ja nicht so schwierig werden. Ein Höhepunkt war bislang die Kneipentour in der Ersti-Woche. Wir mussten in insgesamt zehn verschiedenen Kneipen Bier trinken und Stempel sammeln, um unser „Bier-Diplom“ zu erlangen. Am Ende gab es dann noch eine Abschluss-Prüfung: Schlagersingen im „Alando“. Ich habe natürlich sofort bestanden!“

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Foto: Sievers

Oliver Leder (18) studiert Mathe und Geschichte auf Lehramt: „Ich bin vor wenigen Wochen aus Wolfsburg nach Osnabrück gezogen und muss sagen: Osnabrück ist wie ein Animateur für sich. Hier kann man alles zu jeder Uhrzeit machen. Ich war schon auf mehreren Rap-Konzerten, meine Lieblingskneipe ist das „Balou“. Dort treffe ich eigentlich immer Kommilitonen. Noch dazu ist Osnabrück im Vergleich zu anderen Städten wirklich günstig. Besonders gut gefällt mir auch die Architektur in der Altstadt. Die wurde gut erhalten, das vermittelt eine gewisse Wertschätzung für die eigene Geschichte, finde ich.“

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Foto: Sievers

Marina Welp (19) studiert Philosophie und Kunstgeschichte: „Die Wohnungssuche war ein echter Kampf. Sich immer wieder aufs Neue bei den WG-Castings zu präsentieren war stressig. Jetzt habe ich zum Glück eine tolle WG in Wüste gefunden. Was mir wirklich gut gefällt: An jeder Ecke gibt es einen Supermarkt. Das erleichtert das Einkaufen im Alltag ungemein. In meiner Heimat ist die Dichte an Shopping-Möglichkeiten deutlich geringer. Ein weiterer Pluspunkt: Im „Nice“-Club haben Studis dienstags freien Eintritt, wenn sie sich vorher bei Facebook für die Party angemeldet haben. Überhaupt ist in Osnabrück für jeden Party-Typ was dabei: Egal ob Hippie oder High Heels – feiern kann hier jeder! Einziger Kritikpunkt sind die überfüllten Busse auf dem Weg zur Uni. Da herrschen manchmal echt japanische Verhältnisse drin.“

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Foto: Sievers

Markus Sievering (21) studiert Mathe und Deutsch auf Lehramt: „Ich bin der Liebe wegen nach Osnabrück gezogen. Wenn meine Freundin nicht schon hier studiert hätte, wäre ich eher nach Hamburg gegangen. Aber jetzt gefällt es mir gut hier. In Osnabrück ist immerhin mehr los als in meinem Heimatdorf im Kreis Cloppenburg. Nur eine Straßenbahn, die fehlt hier noch.“

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Foto: Sievers

Ronja K. (18) studiert Informatik: „Ich komme aus Berlin und habe mir Osnabrück ganz gezielt als Studienstadt ausgesucht. In Berlin sind die Unis so riesig und dadurch sehr anonym. Ich wollte lieber an einem kleineren Campus studieren. Zum Glück habe ich eine tolle WG in Westerberg gefunden, durch meine Mitbewohner fühle ich mich hier schon sehr zu Hause. Die sind der Meinung, dass ich dringend die regionale Küche kennenlernen muss, und kündigen schon jetzt ein großes Grünkohlessen im Januar an. Einer der größten Unterschiede zu Berlin ist, dass die Menschen hier so freundlich sind. Neulich hat ein Busfahrer ganz geduldig gewartet, als ich in meiner Tasche nach dem Ticket kramen musste. Da habe ich gedacht: Hallo, was ist denn hier los? Das kenne ich aus Berlin anders.“

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Weitere Meinungen von Ersti-Studenten aus Osnabrück finden Sie auf noz.de

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