US-Wahl droht Wirtschaft in Region Siegen zu schwächen

 

Von Jean-Charles Fays – Siegen.  Die Wirtschaft in der Region ist in Sorge, dass das Exportgeschäft durch die Wahl von US-Präsident Donald Trump geschwächt wird. Der Geschäftsführer der Maschinenbaufabrik Georg aus Kreuztal-Buschhütten, Mark Georg, ist geschockt und befürchtet negative Auswirkungen.

Die Wirtschaft in der Region ist in Sorge, dass das Exportgeschäft durch die Wahl von US-Präsident Donald Trump geschwächt wird. Die Industrie- und Handelskammer Siegen befürchtet, dass es für die Wirtschaft in der Region ungemütlicher werden könnte, wenn Trump die im Wahlkampf angekündigte wirtschaftspolitische Abschottung als Präsident auch wirklich vollzieht. Das bestätigt auch die Maschinenbaufabrik Georg aus Buschhütten, die als eine von 250 Unternehmen in der Region Siegen-Wittgenstein und Olpe wirtschaftliche Beziehungen in die USA unterhält.

„Ich war geschockt, als ich das erfuhr“

Geschäftsführer Mark Georg sagte dieser Redaktion: „Ich war geschockt, als ich erfuhr, dass Trump Präsident wird.“ Er befürchtet gleich aus drei Gründen negative Auswirkungen. „Nach der EU und China ist die USA unser Hauptmarkt. Und wenn Trump seine Protektionismuspläne umsetzt, dann ist klar, dass das negative Auswirkungen auf die Warenausfuhr haben wird.“ Der zweite Grund ist die Auswirkung auf die amerikanische Währung. Der US-Dollar gab nach dem Wahlsieg im Vergleich zu anderen Währungen bereits deutlich nach. „Wenn es durch Trump einen dauerhaft schwachen Dollar gibt, dann werden unsere Produkte in den USA dadurch teurer. Die US-Wirtschaft hätte uns gegenüber somit einen weiteren Wettbewerbsvorteil“, erläutert Georg. Der dritte und vielleicht bedeutendste Grund sei die Unsicherheit, die durch den 45. Präsident der USA entsteht. „Das könnte bedeuten, dass Investitionen weiter geschoben werden. Für uns ist das schlecht, weil es im Anlagenbau ohnehin gerade einen schwachen Absatz gibt.“ Somit hofft Georg, dass es sich bei den Drohungen von Trump zur Abschottung der US-Wirtschaft nur um Wahlkampfgetöse handelt. Das Ausfuhrvolumen aus der Region in die USA sieht die IHK als bedeutend an und schätzt es auf rund 600 Millionen Euro pro Jahr.

„Völkerverbindende Funktion noch gefragter“

Der Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (DAG) Siegerland-Wittgenstein, Volker Schüttenhelm, glaubt, „dass die Ziele und Aufgaben unsere Gesellschaft in diesen Zeiten eher noch größerer Bedeutung zukommen wird, weil unsere völkerverbindende Funktion in der Zivilgesellschaft noch gefragter sein wird“. Seine Hoffnung ist aber, dass die Verständigung zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk, insbesondere durch die Förderung von Schulpartnerschaften, Vereinen und Organisationen im Kreis Siegen-Wittgenstein mit entsprechenden Einrichtungen in den USA unabhängig von einem Amtsinhaber im Weißen Haus ist. Auch die Pflege der historischen Beziehungen zu den Auswanderergebieten von Siegerländern und Wittgensteinern in den USA, zusammen mit der DAG-Schwesterorganisation „Germanna in Virginia“, sowie der DAG-Schüler- und Studentenaustausch würden „weiterhin gepflegt und intensiviert“.

„Keine Panik auf der Titanic“

Die DAG sieht sich als diplomatische Einrichtung, die das gegenseitige Verständnis und die dauerhafte Freundschaft zwischen Deutschen und Amerikanern fördert. Persönlich zu Trump gefragt, sagt Schüttenhelm: „Keine Panik auf der Titanic“. Der US-Präsident sei nur eine Stellschraube im politischen System der USA. Auch wenn der Kongress mehrheitlich republikanisch sei, würden sich die Abgeordneten der US-Legislative als Gegengewicht zur Macht des Präsidenten sehen. Zudem habe Trump nicht die ungeteilten Sympathien in der republikanischen Partei. „Daher bleibt abzuwarten, wie viele Dinge aus der Wolke des Wahlgetöses Trump realisieren werden kann“, betont Schüttenhelm. Auch der 70-jährige Milliardär werde durch das politische System abgeschliffen werden: „Auch er wird Kompromisse machen müssen“, zeigt sich der DAG-Präsident überzeugt und resümiert: „Wenn Menschen in Deutschland glauben sollten, Amerika sei quasi über Nacht diktatorisch geworden, so ist das eine große Fehleinschätzung und entspricht nicht der Realität. Amerika hat ein sehr stabiles politisches System und besteht so schon hunderte Jahre.“

 

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