Hagen von A bis Z

Von Florian Hagemann – Hagen. Was erlebt jemand, der sich eine Woche in Hagen umtut? Was sieht er? Was fällt ihm auf? Unser Austauschreporter Florian Hagemann erzählt das in einem A bis Z – mitunter sehr persönlich, mit einem Augenzwinkern und dem Blick eines Kasselers, dessen Stadt fast genauso groß ist wie Hagen.    A wie Anregung: Kleiner Hinweis von einem, der bei Regen die Busfahrpläne an der Haltestelle studiert hat: Wäre es nicht besser, die Fahrpläne immer unter dem Dach der Haltestelle anzubringen – und nicht dort, wo jeder nass wird?

B wie Begeisterung: Gefühlszustand, der unter den Hagenern eher wenig ausgeprägt  scheint (oder liegt das am Wetter?). Dem Kasseler ist das nur allzu bekannt. Die Frage bleibt: Warum nicht positiver denken über die eigene Stadt?

C wie Chamäleon:  Tiere, die sehr variabel sind – ähnlich wie Hagen. Oberzentrum oder Vorort von Dortmund? Ich bin nicht wirklich schlau daraus geworden, geholfen hat mir auch nicht die Servicekraft aus dem Hotel. Sie sprach über Hagen von einer Kleinstadt. Aber sie kam halt auch aus Berlin.

D wie Dauerregen: Zustand des Wetters in einer Woche Hagen. Wobei: Einmal  kam tatsächlich die Sonne raus, aber sonst nur Regen, Regen, Regen. Wollte schon kurz nach Wetter fahren und mich beschweren.

E wie Einkaufen: Erwerb diverser Sachen, der in Hagen gut möglich ist. Kann es sein, dass die Dichte der Galerien hier sehr groß ist?

F wie Fernuni: Wissenschaftliche Einrichtung, die dann doch sehr nah ist. Aber Studentenstadt? Eher nicht, oder? Dafür sind die Studenten halt doch ziemlich fern.

G wie Glückwunsch: Ironischer Ausspruch eines Gesprächspartners am Telefon, dem ich erklärte, ich sei jetzt eine Woche in Hagen.

H wie Hupen: Ausdruck der Hagener im Straßenverkehr, wenn der vor ihm mit fremdem Kennzeichen sich nicht wirklich entscheiden kann, wo er hin will. Danke für die Geduld.

I wie I: Buchstabe, der das Hagener Auto-Kennzeichen noch ein bisschen interessanter macht. Manchmal hatte ich einen HA-I vor mir und einen HA-SE hinter mir, da HA-B ich mir gedacht, HA-LT ich lieber mal an.

J wie Jan: Hasper mit Nachnamen. Freund aus Kinderzeiten, den ich demnächst mal fragen werde, ob ein ganzer Stadtteil nach ihm benannt worden ist.

K wie Ka: Möglicher Name einer neuen Bäckerei in Hagens Innenstadt, um die Verwirrung noch ein bisschen anzufeuern: „Hatten wir uns jetzt vor Ka, Kamm, Kamp oder Kamps verabredet?“

L wie Liter: Maßeinheit, in der auch Bezin angegeben wird. Im Vergleich zu Kassel wirklich billig hier. Ich fahre vollgetankt zurück.

M wie Museum: Ort, an dem sich mitunter mit Schaufenstern befasst wird. Und ich dachte immer, Kassel hätte die skurrilsten Museen – mit dem Tapetenmuseum und dem Museum für Sepulkralkultur.

N wie Natur: Landschaft, die sich wirklich sehen lassen kann in und rund um Hagen, zumal sie sehr kontrastreich ist: Hier das Stadtleben und kurz hinter dem Ortsschild zum Teil plattes Land – sehr reizvoll und irgendwie ein bisschen wie in Kassel.

O wie Oben: Gegenteil von unten. In Hagen ist mal oben, mal unten, ein ewiges Auf und Ab. Ganz schön anstrengend für den Fußgänger und Radfahrer – selbst für einen, der die Kasseler Berge vor der Haustür hat.

P wie Parkgarage: Gebäude, in dem jetzt die Polizeiwache untergebracht ist. Ein Modell für die Zukunft, was an dem einen oder anderen Ort womöglich auch andersherum denkbar wäre, damit der Fremde auch wirklich einen Parkplatz findet.

R und S wie Ruhrpott und Sauerland: Regionen, die in Hagen irgendwie aufeinanderzutreffen scheinen. Wie sagte es mir einer so schön: „Auf einer Fete singen die einen ,Wir sind das Ruhrgebiet’ und die anderen ,Sauerland’ von Zoff, aber textsicher sind bei beiden Liedern alle.“ Habe verstanden.

T wie Tempolimit: Geschwindigkeitsbegrenzung, die in Hagen wirklich jeder beherzigen sollte, sonst macht es blitzschnell blitz. Zu dumm.

Ü wie Überraschung: Verblüffung – insbesondere beim Radiohören. Ich dachte, Hagen sei die Wiege der Neuen Deutschen Welle. Und wen höre ich im Radio? Milky Chance – und die kommen aus? Genau: Kassel.

V wie Vorhalle: Stadtteil, dessen Name auf Fremde irgendwie komisch wirkt. Behauptet einer, in dessen Heimat es Orte wie Friedlos, Machtlos und Eiterfeld gibt.

W wie Wandern: Beschäftigung, die sich wirklich gut machen und womöglich noch ein bisschen stärker vermarkten lässt in Hagen – nur halt nicht bei diesem Dauerregen.

Z wie Zug: Bahn, die in Hagen sehr präsent und nun abgefahren ist für mich in Hagen. Interessant war’s. Ich komme wieder.

 

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